Als Reichenauer Malschule (oder nur Reichenauer Schule) wird eine Gruppe von Mönchen bezeichnet, die zwischen dem 9. und dem 11. Jahrhundert im Kloster Reichenau zahlreiche Handschriften mit Buchmalerei ausgestattet haben. Viele der dieser Schule zugerechnete Werke zählen zu den berühmtesten Vertretern der ottonischen Buchmalerei. Als Stiftungen von weltlichen und geistlichen Fürsten gelangten die Kunstwerke an Kirchen im ganzen ottonischen und salischen Reich, wo sie aufgrund ihrer kostbaren Ausgestaltung nur zu besonderen Anlässen Verwendung fanden.
Welche der heute in Bibliotheken in ganz Europa aufbewahrten Handschriften auf der Reichenau selbst hergestellt bzw. ausgemalt wurden, ist in der Forschung teilweise stark umstritten. Zehn der Codices wurden 2003 in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen.