Signifikant

Zusammenhang und gegenseitiger Verweis von Signifikat (le signifié) und Signifikant (le signifiant) im Gebrauch eines Zeichens nach Saussure.
Der linksseitige Pfeil symbolisiert die Verwendung, in der eine Lautfolge als bezeichnend für eine mentale Vorstellung steht, wodurch also ein Ausdruck als der Signifikant zur Bezeichnung eines Begriffs werden kann (siehe Onomasiologie). Der rechtsseitige Pfeil zeigt dagegen die Richtung einer Verwendung, mit der eine mentale Vorstellung als bezeichnet durch eine Lautfolge aufgefasst wird, wodurch also ein Begriffsinhalt als das Signifikat zur Bedeutung eines Ausdrucks werden kann (siehe Semasiologie).[1]

Als Signifikant (französisch signifiant) oder Signans, deutsch auch Bezeichnendes oder Bezeichner, wird in der strukturalistischen Linguistik und Semiotik die Ausdrucksseite eines sprachlichen Zeichens bezeichnet – gegenüber dessen Inhaltsseite als Bezeichnetem oder Signifikat. Beide, sowohl Signifikat als auch Signifikant, sind vom Gegenstand und dem wirklichen Ding zu unterscheiden.

Ein Signifikant ist die materielle oder quasi-materielle Form, in der beispielsweise ein Schriftzeichen oder ein Lautzeichen (als Formativ) ausgedrückt und (als Zeichenkörper) wahrnehmbar wird – und damit auf eine Bedeutung oder einen Begriff verweist, das Signifikat (französisch „signifié“) auf der Inhaltsseite eines Zeichens.

Der Begriff des Signifikanten spielt auch in der vom Strukturalismus beeinflussten Psychoanalyse Jacques Lacans eine tragende Rolle als Element des Symbolischen innerhalb der Psyche.

Vereinfacht gesprochen ist der Signifikant etwas Bezeichnendes und das Signifikat etwas Bezeichnetes. Mit dieser Gegenüberstellung werden zunächst zwei Seiten eines sprachlichen Zeichens unterschieden, denen je nach Auffassung des beide Seiten Vermittelnden unterschiedliche Begriffe verschiedener Terminologien zugeordnet werden können. So kann für ein Zeichen beispielsweise die Buchstabenfolge H u t unterschieden – als Signifikant, Bezeichnendes, Ausdruck, Form, Formativ, Schriftbild oder Zeichenkörper einerseits[2] – und verbunden werden mit „Art von Kopfbedeckung“ – als Signifikat, Bezeichnetes, Inhalt, Begriff, Bedeutung, Sinn oder Vorstellungsbild andererseits[3] – womit jener Signifikant nun dieses Signifikat bezeichnet (signifiziert). Die mentale Repräsentation der Buchstabenfolge wird hierbei mit einer Vorstellung über deren Bedeutung verknüpft, die es erlaubt, sie als Zeichen zu lesen.

Mit de Saussures Auffassung eines Zeichens als der Verbindung von Signifikant und Signifikat wird ein zweiseitiges Modell entworfen (dyadische Zeichenrelation), im Unterschied zu einem dreiseitigen wie dem semiotischen Dreieck. Die Bezugnahme auf eine reale Welt bleibt dabei ausgeblendet, daher sind die Beziehungen von Signifikant und Signifikat zu dem Bezugsobjekt als referiertem Gegenstand wie auch einem wirklichen Ding nicht enthalten.

  1. Johannes Kabatek; Claus D. Pusch: Spanische Sprachwissenschaft. Narr Francke Attempto, Tübingen 2009, ISBN 978-3-8233-6404-7, S. 43–45
  2. Hadumod Bußmann (Hrsg.): Lexikon der Sprachwissenschaft. 3. aktualisierte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2002, ISBN 3-520-45203-0, S. 123.
  3. Vergleich hierzu Mentales Modell, Kognitive Karte oder Concept-Map.

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